RÄUME FÜR TRÄUME

Ziel der Dokumentation ‚Räume für Träume’

 

Formal ausgedrückt – könnte man den Film ‚nur’ als eine Dokumentation eines Workshops an

 einer Schule betrachten, mit dem kurzen Arbeitstitel ‚Demokratieunterricht’.

Dieser hat stattgefunden an der Europaschule Köln Zollstock vom Spätsommer 2021 bis zum Frühjahr 2022 – Stufenübergreifend – begleitet von Gabriele Schmidt – der Leiterin der Sekunderdarstufe II

 

Nur wäre das nicht nur unzulässig verkürzt – sondern falsch!

Denn von Anfang an ging und geht es um die Visualisierung einer Utopie – dass Respekt lehrbar und lernbar ist und dass Empathie der Imperativ aller Bildung sein sollte!

 

Weil wir Alle – die Eltern – die Politik – die Gesellschaft und das gesamte Bildungssystem unsere Kinder schützen müssen vor der aufgelösten Raum-Zeit-Kontinuität – der maximalen Erschütterung für eine Selbstwahrnehmung.

Was in meiner Beobachtung eine der gefährlichsten Verwerfungen der Moderne ist – weil sie für jeden unbemerkt passiert - still – weil es noch keine Sprache dafür gibt! Und weil die Kinder nicht mal wissen – dass sie darunter leiden – weil sie niemand fragt!

 

Eine 20 Jährige antwortete mir vor Jahren – als ich sie nach ihrem Alltag in den ‚sozialen Medien’ fragte - mit folgenden Worten:

‚Es ist wie Bulimie, ich verschwinde für Stunden in der Welt der anderen – die immer besser ist als meine - dann kommt der Realitätsschock – und dann sitze ich total leer stundenlang herum. Ich verlier mich da immer und immer mehr.’

 

Ein Phänomen – das alle Schülerinnen und Schüler des Workshops in der Europaschule bestätigt haben! Und jede und jeder Einzelne für sich versucht – irgendwie damit klar zu kommen – weil Niemand da ist – der oder die ihnen den Umgang mit dieser ‚neuen Welt’ erklärt.

 

Deshalb muss der eingangs genannte ‚formale Arbeitstitel’ der Zielsetzung - umfassender mit dem Inhalt der Idee beschrieben werden:

Räume für Träume

Impulse für eine Schule der Empathie

des Respekts

und der Selbstermächtigung

 

Die Zielgruppe des Films und der Idee sind wir Alle: die Elternschaft – die Kulturschaffenden – die Wissenschaft – die Gewerkschaften und die Politik. Weil wir alle gemeinsam einen neuen Konsens für die Bildung erarbeiten müssen: die Forderung nach ‚noch mehr Digitalisierung in Schulen – Krankenhäusern und Behörden’ muss untermauert – gefüllt – getragen und flankiert sein von einem Nochmehr Raum und Zeit für Empathie und physisches Lernen durch Erfahrung.

 

Ich habe über die Verwerfungen der Moderne in allen Bereichen unseres Seins in sehr verschiedenen Formaten geschrieben - weil ich tief überzeugt bin davon -

dass wir einen universell humanistischen Ansatz von der Kita an im Bildungssystem der Moderne brauchen - damit sich die zukünftigen Generationen nicht im großen WWW verirren!

Und dass die Politik mehr denn je die Pflicht hat - diesen Verwerfungen in Beziehungsstrukturen und Kommunikation vorsorglich und nachhaltig entgegen zu steuern!

 

Dieser Film ist zum einen eine Dokumentation der konkreten Arbeit an der Schule,

aber er ist vor allem die Vision eines Konzeptes für einen universellen Humanismus - der im digitalen Alltag der Moderne verdrängt wird durch einen globalen Pragmatismus!

 

Er ist inhaltlich eine Fortsetzung meiner Überzeugung - dass wir alle zwar Einmaligkeiten sind - aber vor allem Ergänzungen voneinander und dass uns mehr verbindet als uns trennt!

Er ist die Visualisierung meines Buches 'Respekt - Heimweh nach Menschlichkeit' und eine Fortsetzung von ‚checkpoint: demokratie! e.v.’ mitsamt der Anthologie: 'wenn ich mir was wünschen dürfte - Impulse für eine Demokratie der Moderne'

Also verkürzt gesagt sollte der Film - im besten Fall werben für einen 'Humanismus als reale Utopie' ( Erich Fromm)

 

'Räume für Träume' müssen zu festen Angeboten im Lehrbetrieb werden - um der größten Gefahr der Moderne zu trotzen - nämlich: der Ent-Ichung - dem sich Auflösen im aufgelösten Raum-Zeit-Kontinuum von Beziehung und Kommunikation!

 

'Räume für Träume' sind analoge Orte der physischen Präsenz und des Berührens - des Redens und des Zuhörens - der Empathie und der Sinnfindung - sie schaffen Kontinuität und Verbindlichkeit - Vertrauen und Perspektiven - mit dem Ziel das 'Warum' in sich zu entdecken und zu gestalten – um sich zu ermächtigen für ein selbstbestimmtes Leben!

Denn nur 'wer ein Warum hat zum leben - erträgt fast jedes Wie!' (Nietzsche)

 

Unser kleiner 'Workshop' beweist - dass und wie sehr alle Schülerinnen und Schüler ein tiefes Bedürfnis nach Echtzeit - nach Kontinuität - nach Reden und Zuhören haben.

Was sie ganz besonders eindrucksvoll in den 'Abschlussfilmen' am Ende der Dokumentation selbst formulieren.

 

Und weil ich bereits begeisterte Reaktionen bekommen habe - ist es mein Wunsch - weitere interessierte Coaches anzuleiten - um diesen Workshop an mehreren Schulen bundesweit  anbieten zu können! Bis es einen Studiengang gibt - der Lehrerinnen und Lehrer für dieses Lehrangebot ausbildet! Und bis ‚Erfahrung als Wissen’ und als Lernstoff im Unterricht anerkannt werden.

 

Renan Demirkan im Februar 2023